Diese Seite konnte nicht gefunden werden.

Zurück zum Start
Nov 11 18

Versprechen

Claus Brunsmann

Fürs Foto wählten sie eine lange Bank, auf der sie alle nebeneinander Platz hatten. Der Wind, sagte einer, komme hier immer überraschend. Jemand schaute sich um und war später nur in der Drehung zu sehen.

Okt 30 18

Gerhard Roth: Entdeckungen im Inneren von Wien

Claus Brunsmann

Wäre Gerhard Roth nicht Schriftsteller geworden, beugte er sich wohl gerade, etwa als Insektologe, über die besondere Spezies eines Schmetterlings. Vielleicht arbeitete er auch als Wurmspezialist wie jene „feine Dame“ im Naturhistorischen Museum von Wien, „die jedes einzelne ihrer Tausenden, in klarem Alkohol und Zylindergefäßen aufbewahrten Tierchen liebt“. Jetzt, als Autor, liebt Roth die Tiere, die Menschen, die Gegenstände, weil sich hinter manchen eine schöne Geschichte verbirgt. Und weil er sie nicht alle kennt, lässt er in seinem neuen Buch „Die Stadt. Entdeckungen im Inneren von Wien“ oft Andere davon erzählen.

Die in Gerhard Roths Innerem kleingeschrumpften Biologen, Geologen, Historiker, Mediziner (mit dem gleichnamigen Hirnforscher teilt er übrigens nur das Geburtsjahr 1942) hat man über die Jahre seines literarischen Schaffens immer wieder herausgehört. Sie luden ihre kleinen Details bereits in Roths Essays und Romanen ab, die monolithische Titel tragen wie „Der See“, „Der Plan“, „Der Berg“, „Der Strom“ oder „Das Labyrinth“. Roths Romane verwandeln sich tatsächlich oft in wuchtige Wissenslabyrinthe, an denen seine Figuren allmählich irre gehen, wenn sie es nicht schon von Anfang an sind. Und auch die Leser wissen nicht immer Sinn und Zweck dieses Aufgebots an Wissen, bleibt doch am Ende oft ein geheimnisvoller, ungelöster Rest.

Die Stadt Wien nun, die unterirdische ebenso wie die oberirdische, ist Gerhard Roth ans Herz gewachsen. Seit 1986 durchforscht er sie, und schon einmal war ein Buch aus diesen Essays, die er für die ZEIT und die FAZ schrieb, daraus hervorgegangen („Eine Reise in das Innere von Wien“, 1991). Viel Text ist seitdem nachgewachsen. Roths Vorgehen wirkt dabei immer planvoller. Nie ist er nur Journalist, nie nur Sammler für einen Lexikonartikel. Obwohl er alles das zugleich auch ist. Sobald aber Gefahr besteht, dass eines von beiden überwiegt – das Auflisten von Informationen oder das Sich-Verlieren in einer schönen Nebengeschichte – nimmt Roth Zuflucht in einer intimen Gedankenbucht: Hat nicht das Wiener Nachtpfauenauge, das sich einmal mehr als eine Stunde lang auf Roths alter Eingangstür niedergelassen hatte, mehr Zugkraft als alle die hinter Vitrinen gefangenen Schmetterlinge des Museums zusammen? Von seinen Essays geht ein geheimnisvolles Netzwerk aus, horizontale wie vertikale Linien. Sie ergeben mysteriöse Pfade und führen unversehens von der getanzten Sprache eines Bienenschwarms über die Gebärdensprache der Gehörlosen bis hin zu jenem blinden Pfarrer, der sich von seinen Gehilfen schildern lässt, was diese gerade beobachten.

Eigentlich macht Gerhard Roth nichts anderes, wenn er etwa mit dem Direktor des Wiener Uhrenmuseums ehrfurchtsvoll durch den „Zeittempel“ läuft, vorbei an den „Phantasieuhren“, welche die Autorin Marie von Ebner-Eschenbach sammelte. „Man finde überall“ – lässt er den Uhrenkenner sprechen, der eine dieser Uhren „in den Handschuhen hält“ – man finde überall „einen verborgenen Knopf, den man drücken müsse… Ein Deckel springe dann auf, und man könne die Zeit ablesen.“ Und während Roth von diesen Führungen stets im sanft trabenden Konjunktiv erzählt, passiert etwas ganz Wunderbares: Die Menschen selbst, jene Wissensspeicher aus Museen und Instituten oder deren Bewohner, treten aus den Texten als manifeste Figuren hervor – selten befragt, obwohl sie doch so viel Spannendes zu erzählen haben. Dann ziehen sie sich wieder in ihre Archive, Schädelgänge, einsamen Labore oder Schulräume zurück.

Gerhard Roth, das erklärt er immer gerne, ist ein Liebhaber von Zeichen. In Wien nun macht er jenseits der allgemeinen Touristenströme seine ganz eigenen Wundertruhen auf und zoomt sich vom Großen zum Kleinen, vom Meteoriteneinschlag in rasanter Erzählgeschwindigkeit herunter zum niedersten Insekt, so ausdauernd, bis man meint, man halte die Ührchen und Würmchen selbst in den Händen. Am Ende, nach weiteren Besuchen in den Kunstkammern der Habsburger, dem Blindeninstitut, dem Bundes-Gehörloseninstitut oder dem Flüchtlingslager Traiskirchen, meint man, selbst Wahrnehmungsübungen unterschiedlichster Art mitgemacht zu haben. Und manchmal macht sich dann das typische Gerhard-Roth-Gefühl breit, das einen überall nach Bedeutung suchen lässt. Roth selbst konstruiert aus den Mauerflecken seines Hauses oder der Beobachtung Wiener Krähen seine persönliche Stadtkarte der österreichischen Hauptstadt. Und stellt – das ist seine größte Kunst – Fakten selbsterklärend nebeneinander, bis sich in seinen scheinbar unbehauenen Essays die Zusammenhänge dann wie von selbst ergeben.

Was also ist Roths Wien-Buch? Ein Lexikon ohne Register, eine Fundgrube für abgebrühte Wienkenner? Dies alles, aber eben auch mehr – denn Roth hinterlässt selbst wieder Spuren. Man mag das postmodernes Erzählen nennen – tatsächlich legt Roth ja gewissermaßen Wiens Wurzelgeflechte frei. Oder man sieht in seinem Buch einen Erlebnisparcour ohne Versicherungsschein – denn es kann sein, dass die Leser am Ende dieser Textsammlung wie abgefütterte Schüler hilflos unter dem Ballast der Fakten zusammenbrechen. Wer das aber aushält, wird auf jeder Seite reich belohnt. Der Echoraum, den diese großartigen Rundgänge bisweilen entfachen, kann dann gewaltig hallen.

Gerhard Roth: Die Stadt. Entdeckungen im Inneren von Wien. Frankfurt a.M., S. Fischer Verlag, 550 Seiten, 20,95 €.

Erschienen in der Frankfurter Rundschau, 2009

Okt 30 18

Karl Friedrich Borée: Frühling 45

Claus Brunsmann

Frühling ’45 kurz vor Kriegsende in Berlin. Herr Stein ist mit Frau und 28jähriger Tochter mit letzten Habseligkeiten unterwegs, raus aus der Gefahrenzone im Stadtzentrum. Am äußersten Zipfel Berlins, vermutlich Frohnau nachempfunden, wo der Autor dieses Romans selbst letzte Bombennächte erlebte, wartet ein neues Quartier. „Wir gingen schweigend, zweifellos machte uns alle drei der Eindruck des anderen stumm; aber mich drosselte auch die Angst vor der abgründigen Unzuverlässigkeit der Dinge, die uns die Zeit gelehrt hatte.“ Ein Zeitzeuge schildert unsentimental und doch fesselnd diese Ausnahmezeit um die sogenannte „Stunde Null“. Er gewährt Einblicke in gerade noch geöffnete Büros oder in das letzte Restaurant, das noch auftischt, ein unwirklicher Ort mitten in Ruinen.

Die Atmosphäre des Niedergangs blitzt in Momentaufnahmen auf, während diese kleine, sich ständig erweiternde Überlebensgemeinschaft um Familie Stein die Villa eines geflüchteten Naziobersts bezieht: „Die Zimmer widersetzten sich uns. Wir kamen uns unanständig vor. Eine Wohnung ist ein weites Kleid; ich ziehe nicht gern fremde Sachen an. Vor allem nicht heimlich.“

Erstaunlich, dass man den Autor Karl Friedrich Borée kaum kennt. Geboren 1886, wächst er unter dem Namen Friedrich Karl Boeters in einem Görlitzer Arzthaushalt auf. „Borée“ nennt er sich nach der Großmutter. In Königsberg und Berlin arbeitet er als Jurist und schreibt: Romane, Essays, Artikel. „Frühling 45. Chronik einer Berliner Familie“ entstand 1948 entlang der Tagebücher. Es gilt als Borées Hauptwerk und ist allein aus sprachlicher Sicht eine echte Entdeckung. Borée verfügt über einen unwahrscheinlichen Wortschatz und Wortwitz. Er schreibt trocken, lakonisch, auch mal an den grässlichen Umständen implodierend. Er wirkt wahrhaftig und gegenwärtig.

Der Ich-Erzähler namens Stein ist Borée vermutlich zumindest geistesverwandt. Er ist die tragende Säule des Romans, ein sprachgenauer Feingeist, leidenschaftlicher Demokrat und Denker. Noch geht er täglich zur Arbeit im Archiv einer großen Berliner Bank, bis die Angriffe alle Gänge unmöglich machen. Sein Herz aber hängt an einer Kultur-Zeitschrift, die längst nicht mehr erscheinen darf. Spannend deshalb auch die geschilderten Umstände nach russischer Eroberung und Neusortierung. Im amerikanischen Sektor darf die Zeitschrift entstehen. Sie wird zum Sinnbild eines Neuanfangs. Tendenz: „ein Sozialismus im Namen der Humanität“. Stein will „einer Gesellschaft, die atomisiert war, die überhaupt keine Gesellschaft mehr bildete“, einen Unterbau schaffen. Der „Frondeur der Theorie“, wie er sich selbstkritisch nennt, lebt regelrecht auf, wenn er denken darf. Er grübelt über Begriffe wie „metaphysisches Schuldgefühl“. Und wenn er mit Schwebel, einem Bekannten, vorbereitend auf den Machtwechsel in diesen letzten Kriegswochen zum Russisch-Lernen zusammentrifft, läuft er gar zu diskursiver Hochform auf. Was für ein originelles Debatten-Duo! Schwebel kontert mit indischer Philosophie und entschuldigt vieles. Stein beharrt und hakt nach: War der Mord schon in der Welt? Oder haben die Menschen den Mord erst in die Welt gebracht?

Als „Frühling 45“ 1954 im Darmstädter Schneekluth Verlag erscheinen konnte, waren Fragen nach Schuld noch wenig erwünscht. Dass der Autor so verschwand, liegt also auch am unglücklichen Zusammentreffen von Zeit und Werk. Borées Erstling, die Liebesgeschichte „Dor und der September“ (1930) ist noch ein Verkaufsschlager, gepriesen etwa von Vicky Baum. Danach wird es schwer. 1936 veröffentlicht der im Ersten Weltkrieg lebensgefährlich Verwundete den Antikriegsroman „Quartier an der Mosel“, der verboten wird. Weitere Werke sind unverfänglicher, was nicht heißt, dass er sich anpasste. Das Hadern mit sich selbst und die unablässige Suche nach Gründen für die Verführbarkeit der Menschen prägt seine Werke. „Diesseits von Gott“ (1941) ist ein Aufruf zur Humanität. „Ein Abschied“ (1951) erzählt vom Untergang Königsberg. „Semiten und Antisemiten“ (1960) ist ein Gedenk- und Erinnerungsbuch an Freunde und Bekannte mit jüdischem Hintergrund, das auch radikal die eigene Rolle hinterfragt. Nach dem Krieg geht Borée, seit 1946 Mitglied der SPD, gegen die neuen Diktaturen im Osten vor. Als Theaterkritiker, Kolumnist und Mitglied verschiedener Schriftstellerverbände bezieht er Stellung. Nach seinem Tod 1964 in Darmstadt – er litt an Parkinson – geraten seine Werke in Vergessenheit.

Ein Glück also, dieses Dokument einer Umbruchszeit wieder lesen zu können. Es ist Lebensphilosophie und hautnahe Alltagsbeschreibung, gefiltert von einem Erzähler, der nicht recht weiß, ob er die Menschen lieben oder verachten soll. Aus diesem ambivalenten Blickwinkel heraus sammelt er nicht nur Trümmerbilder, sondern auch „Glücksgüter“: Eine geschenkte Zigarre. Eine Extraration Brot. Einen schönen Morgen mit viel Sonne.

Porträts und Dialoge sind Borées Stärke. Mit wenigen Strichen macht er die Figuren so leibhaftig, dass man mit ihnen lebt und leidet. Da ist Flitta, die Haushälterin der Vorgänger; da ist Maximiliane, die Tochter, „täglicher Anlass zu Vergnügen und Freude“; oder Frau Busch, Steins Sekretärin, die er aus Trümmern holt und kurzerhand bei sich einquartiert. Oder Kordysant, der das allgemeine Chaos nutzt und als falscher Arzt praktiziert. Borées Prosa kennt viele Färbungen. Da ist der Reportagenton und journalistische Kurzsätze wie „Der Tod würfelte. Die Nerven zitterten.“ Sie stoßen einen erbarmungslos in die Wunde der Stadt. Dann wieder die humane Botschaft und unverstellte Empathie: „All diese Jugend, deren Seide der Krieg sozusagen beiläufig verschliss, zerschnitt mir das Herz.“ Es gibt auch zeittypisches Pathos, wenn das Neue sich ankündigt. „Mir war, als ob wir aus dem Gebirge in die Ebene getreten wären.“

So kommt in diesem emotionalen Wechselbad alles scharf nebeneinander zu stehen: Die Nächte im Keller und die „neuen Wörter“ der Zeit; „Bombenteppiche, Flächenbrände, Nachtschlachtflugzeuge“; die vielen kleinen Gesten einer Nächstenliebe, ohne gegenzurechnen; aber auch der hamsterische Egoismus einer Bevölkerung, die im Durcheinander der Verhältnisse zur ängstlichen, gierigen Herde wird. „Alles lebt von der Nachahmung, vom Gruppenbild“, begründet Stein einmal die fehlende Moral. „Die Menschheit ist nicht schlechter geworden, sondern sie ist nackt geworden.“

Die Fülle an Details lässt an den beklemmenden Roman „Finale Berlin“ von Heinz Rein denken, 1947 erschienen, eine der großen Wiederentdeckungen der vergangenen Jahre. Borées Blick „vom Rand der Dinge, doch nicht außerhalb ihrer Bannmeile“ ist ganz anders im Ton; subjektiver und zurückhaltender, wenn man so will. Gerade das macht „Frühling 45“ aber auch jenseits der Kulisse von Zerstörung und Neuanfang überzeitlich und relevant. Axel von Ernst, der mit Viola Eckelt den Lilienfeld Verlag leitet, konnte überdies Borées Sohn ausfindig machen, der biographische Informationen beisteuerte, die das Marbacher Archiv, wo Borées spärlicher Nachlass liegt, nicht hatte. Pionierarbeit also. Man darf gespannt sein auf wiederzuentdeckende weitere Werke dieses originären Autors.

Karl Friedrich Borée: Frühling 45. Chronik einer Berliner Familie. Roman. Mit einer Nachbemerkung zum Autor. Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2017. 461 Seiten, 24,90 €.

erschienen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG,  Januar 2018

Okt 30 18

Hanns-Josef Ortheil: Der Stift und das Papier

Claus Brunsmann

Hanns-Josef Ortheil, geboren 1951, ist der Schriftsteller, der nicht sprach. In „Die Erfindung des Lebens“ (2009) erzählt er eindrucksvoll, wie er im dritten Lebensjahr verstummt war, zusammen mit der Mutter. Sie hatte während des Krieges und danach vier Söhne verloren. Vielleicht imitierte er sie. Vielleicht körperte sich die Trauer der Mutter tief in den einzig verbliebenen Sohn ein. Wie aber fand „das mutistische Kind“, so die heute gebräuchliche, kühle Diagnose, in das Sprechen wieder hinein und wurde schließlich der renommierte Autor so vieler Romane, die das Leben besingen?
 Das erzählt nun „Der Stift und das Papier“, ein Buch, allen Vätern ans Herz gelegt, obwohl die Geschichte als Gegenpart genauso unbedingt auch den guten Sohn braucht. Es ist also die Geschichte vom guten Vater und vom guten Sohn. Sie beginnt im Westerwald, wo der Vater gerne in seiner Jagdhütte sitzt und großformatige Baupläne für seine Arbeit als Geodät, als Vermesser zeichnet. Ein heiliger Ort, den der Sohn normalerweise nicht betritt. Diese besonderen Sommerferien aber doch. Es gab nämlich zuvor in Köln, wo man zu dritt wohnt, ein Lehrergespräch, an dessen Ende dem Vater mitgeteilt wurde, dass es so nicht ginge mit dem Sohn in der ersten Volksschulklasse. Er hatte zwar wieder zu sprechen begonnen, von einem Tag auf den anderen, nachdem der Vater mit ihm viel Zeit im Wald verbrachte und ihn alles, was er sah, zeichnen ließ. Aber der Junge komme nicht mit. Er müsse Lesen und Schreiben lernen und ansonsten in die Sonderschule.
Der Vater lässt sich davon keineswegs unter Druck setzen. Er gibt den Druck auch nicht an den Sohn weiter. Im Gegenteil schafft er in den anstehenden Ferienwochen in der Jagdhütte aus Geduld, Beziehung und Zurücknahme seiner selbst eine besondere Atmosphäre. Zunächst allein durch Pauspapier, das er auf den Tisch heftet. Hanns-Josef darf Kreise darauf malen, so viele, bis sie ein Himmel sind, mit farbigen Buntstiften und Bleistiften, die gut in der Hand liegen. Warum nicht einfach den Bleistift beschreiben? „Hauchdünn“ steht darauf, ein schönes Wort. Im Hintergrund läuft Klaviermusik, ein bisschen Bach, ein wenig Händel. Essen und Trinken bleiben draußen. Die Jagdhütte ist ein Raum der Konzentration und bald auch der Kontemplation. Einige Stunden und Tage und Wochen später hat der Junge so viel Gemüse abgezeichnet, Radieschen, Rettiche, Kürbisse, das Wetter beschrieben und was er am Morgen gefrühstückt hat, dass sich neben dem Arbeitstisch im Wandregal kleine, quadratisch ausgeschnittene Zettel stapeln, „ein Archiv“, freut sich der Vater, und der Sohn fragt nach: „Ein Archiv?“
Hier nun muss man kurz innehalten, um wirklich würdigen zu können, was diesen Vater auszeichnet. Er hebt jetzt nicht etwa bescheidwisserisch mit Erklärungen und Definitionen darüber an, was ein Archiv sei, sondern sagt schlicht: Beschreib es doch einmal, in deinen eigenen Worten. Die Formulierung, die sich dann findet, ist so schön und genau, dass sie aufgeschrieben gehört, „damit wir sie nicht vergessen“, und man merkt schon: Da ist er, der Keim jener Besessenheit, die Schriftsteller auszeichnet, Ortheil insbesondere, der bis heute wahrnehmend und aufschreibend lebt. Diese Lebensform scheint hier gegossen, in der Jagdhütte zwischen Stift und Pauspapier, in der Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn. Ist genug gearbeitet in der Schreibschule, tönt nicht etwa ein Pausengong, sondern der Vater sagt: Jetzt wollen wir alles eine Weile vergessen. Dann freuen wir uns später umso mehr.
Die Lebenswirklichkeit des Jungen erhält in diesen von ihm selbst gefundenen
ureigenen, genauen Formulierungen eine Tiefenschärfe, wie sie kein Schulbuch mit langweiligen Diktaten vermitteln kann. Alles ist für ihn plötzlich greifbar, so, als baumelten an jedem Ding und jedem Gedanken einzelne, beschriftete und bemalte Schilder. So beschreibt es Ortheil einmal. Und man kann sich die Konfusion und Dunkelheit der „unheimlichen Zeit“ davor nur annähernd ausmalen, wenn er andeutet, er habe sich ein Küken grün vorgestellt, wegen des gemeinsamen Lauts „ü“. Noch heute habe er Angst, dass dieser Zustand wieder beginnt. Diese Angst schlägt die Brücke in eine Vergangenheit, die selbst wie durch Pauspapier sichtbar wird: leicht verschleiert, weil einem der Verstand beim Lesen streberhaft zuflüstert, dass Erinnern auch Umbauen und Neuordnen bedeutet. Aber warum auch nicht? Und wie schon in den anderen autobiographisch gefärbten Büchern, „Die Moselreise“ oder „Das Kind, das nicht fragte“, ist alles leicht und behutsam und mit einer Langsamkeit erzählt, die dem faszinierenden Vorgang des Ins-Leben- Gehens angemessen erscheint. Ortheil muss sich dabei nicht einmal anstrengen. Er ist wieder „das Kind, das schreibt“ und muss nicht in dritter Person erzählen, wie noch in der „Erfindung des Lebens“. Er schreibt dieses Buch in der Jagdhütte, und alles ist in rascher Folge wieder da.
Gerade weil es nie ums Erfinden, nie ums Schriftstellerwerden ging, hatte die- se unbefangene Schreibschule des Vaters große Wirkung. Zum einen traf sie überraschenderweise auf einen wortbereiten und wortbegeisterten, mitmachenden Sohn und dessen Formuliertalent. Zum andern lebte sie von ungewöhnlichen Ideen. Heute würde man sagen: Sie installierte Kulturtechniken. Die Ortheils sprachen von „Tagesseiten“, die sie aus den gesammelten Papieren mit ausgeschnittenen, selbstbeschrifteten Lieblingszeitungsfotos erstellten: Verdichtungen bis zum „Wochengedicht“, das sieben Tage in wenigen Zeilen erinnerbar machte. Man kann diese wachsende Chronik hervorholen und anschauen. Auch dafür wird extra Zeit einberaumt. Dem Jungen, der zuvor in der Zeit schwamm, gibt die in eigenen Worten festgehaltene Zeit neuen Halt. Bis heute pflegt Ortheil Tagesnotizen, die Material für Romane werden können. Die Lehrstunden zum kreativen Schreiben an der Hildesheimer Universität, an welcher er seit 1990 unterrichtet, sind möglicher- weise auch ein Vater-Memorial.
Fast entschuldigend fällt das Wort „genial“. Der Vater, der in der „Moselreise“ seinen Sohn durch Ortswechsel rettete, schien pädagogische mit psychologischen Fähigkeiten spielerisch vereint zu haben. Vor allem aber hat er eine funktionierende Beziehung zur Verfügung gestellt. Und so kann die Privatschule, die keinem Kanon dient, ausgebaut werden. Erste Dialoge und Szenen entstehen. Besondere Wörter wie „Haudegen“ werden „bestimmt“ wie seltene Pflanzen. Die Welt wird zu Wörtern und umgekehrt. Man vergisst fast, dass alles aus der Not geboren war, dass es nie um Literatur, sondern ums „Normalwerden“ gegangen war. Die Prüfung zum Schuljahresbeginn besteht der gelehrige Schüler mit links. Verzaubert aber hat ihn kein Lehrplan, sondern die Schreibzeit in der Hütte.
Gerade rechtzeitig stößt dieses Buch aus dem fast sakralen Raum einer gelingenden Vater-Sohn-Geschichte in die wortlosen Suchbewegungen des Heranwachsenden vor. Die bundesrepublikanischen Fünfziger staffieren diese Innenkulisse mit jener vergilbten Farbe aus, die dem Erzählten zuträglich ist. Der Junge, der schreibt, muss damit ja noch an die Öffentlichkeit. Erste Leserin ist die Mutter, zweite schon Andrea, eine Mitschülerin, der eher an heimlichen Treffen gelegen ist, was der Gleichaltrige naturgemäß nicht gleich begreift. Das heimliche Schreiben entzieht sich mit dem Erstabdruck dreier Miniaturen in der örtlichen Zeitung allmählich dem engen Kreis der Eltern. Die Loslösung beginnt. Bäckersfrauen und Metzger wissen nun vom „Kind, das schreibt“. Geradezu befreiend wirkt Ortheils abschweifendes Erzählen entlang dieser Schreibbiographie hin zu Fragen um Ruhm, Medialisierung, Besessenheit. Er bewegt sich aus der „peniblen Exaktheit“, welche die väterliche Statistikberechnung charakterisiert, in den weiten Raum der Reflexion und Selbstzweifel hinaus; vom Zirkelkasten der Jagdhütte in die leisen Verwirrungen neuer Hürden. Und das Kind wie das Buch beginnen zu atmen, als endlich von Mitschülern wie „Manni“ die Rede ist, vom Schreiben für Zeitungen und zuletzt vom „Weiterschreiben“ – schließlich auch gegen das Klavier, denn lange bleibt unentschieden, ob Ortheil Pianist wird oder Autor.
Man weiß, wie der Kampf ausgeht und hat manches in Variationen schon anderswo gelesen. Und doch berührt am Ende die Erkenntnis, dass Schreiben die Einsamkeit des stummen Kindes reinszeniert. Diesen dunklen Raum, den Kreativität zu entgrenzen vermag, erforscht „Der Stift und das Papier“.

Hanns-Josef Ortheil: „Der Stift und das Papier“. Roman einer Passion. Luchterhand Verlag, München 2015. 384 S., geb., 21,99 €.

erschienen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, Februar 2016

Okt 27 18

Paar in der Sonne

Claus Brunsmann

Gehen wir noch einen Kaffee trinken?

Warum nicht?

Unsere Schatten sind länger als wir selbst.

Okt 27 18

Laken

Claus Brunsmann

Die Betthälfte neben ihr war leer. Da zog auf einmal ein Duft durchs Schlafzimmer wie von Pfirsichen und Pflaumen.

Okt 27 18

Der Handschuh

Claus Brunsmann

Als er sein Werk verrichtet hatte, zog er sich die Handschuhe aus und ging nach Hause. Da merkte er, dass er den Schlüssel vergessen hatte. Er drückte auf den Klingelknopf, doch seine Frau öffnete nicht. Und das an einem ganz normalen Mittwoch Abend.

Jan 30 18

Thema Lieblings-Romanfigur: Bastian Balthasar Bux

Claus Brunsmann

Lesen kann ein durch und durch körperlich ergreifender Vorgang sein. Das erleben wir an keiner Romanfigur so deutlich wie an Bastian Balthasar Bux, dem „kleinen, dicken“ Jungen, der in Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ eben diese einem Buchhändler entwendet. Versteckt auf dem Speicher seiner Schule, versinkt Bastian buchstäblich in der Welt, von der er dann liest: Phantásien, ein Land in tiefster Depression, bedroht vom Nichts, das Körperteile und ganze Wesen verschluckt, weil die Menschen das Fantasieren verlernt haben. Bastian schluchzt, als Atréjus Pferd in den Sümpfen der Traurigkeit versinkt. Und er stößt einen Schreckensschrei aus, als Atréju mit der Riesenspinne Ygramul um das Leben des Glücksdrachen ringt – einen Schrei, den man bis in die Schlucht hört, von der Bastian doch nur liest. Kann das sein? Ganz allmählich verwandelt sich Bastian vom passiven Rezipienten zum überaktiv Agierenden, und das nicht ganz unfreiwillig: Seine Mutter ist tot, der Vater unter der Trauer wie eingefroren, die Schule ein Hort von Quälern. Flucht ist Bastians innigster Wunsch. Da trifft es sich gut, dass er in die Geschichte hineingerufen wird, um Phantásien zu retten. Auf sein Geheiß wächst erst Perélin, der Wald, dann die Wüste Goab. Ab hier wird er zunehmend unangenehm, ein niemals sattes Kind mit Riesenwünschen, dessen Größenwahn niemand stutzt. Die Sympathieträger des Romans, Atréju und der Glücksdrache Fuchur, verjagt er. Wie kann er nur! Er kann – weil mit jedem Wunsch seine Erinnerung an das alte Leben schrumpft. Fast wäre er in Phantásien geblieben, als irrer Geisteskranker ohne Entwicklung. Doch es gibt während seines Austobens eine Eigenschaft, die uns mitleiden lässt und die Atréju sofort erkennt – das erste Mal, als er Bastian als Spiegelbild sieht, und all die anderen Male, wenn er selbstlos zur Stelle ist, um dem Gleichaltrigen zu helfen: „Die Augen des Jungen waren groß und sahen sehr traurig aus.“ Bastian ist im gleichen Maß normal wie Atréju übernatürlich gut ist. Fast vergisst man, dass Bastian selbst nur eine Romanfigur ist. Michael Ende prüft ihn bis aufs Mark. Bastian muss Vater und Mutter vergessen, schließlich sogar seinen Namen. Nackt und bloß taucht er in die Wasser des Lebens, nicht wissend, ob es ihn selbst in Wirklichkeit gibt. Seine Versenkung ins Buch ist gefährlich, seine Rückkehr in das alte Leben unsäglich lange ungewiss. Aber dank „Änderhaus“ (wie außerordentlich praktisch!) und vieler großmutiger Wissender lernt er beim Grenzübertritt „Herzensfrohheit“. „Er war geduldig und still geworden.“ Zeit, Phantásien zu verlassen.

erschienen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG,   2009

Okt 30 16

Edmund de Waal: Scherben machen glücklich

Claus Brunsmann
Edmund deWaal

Edmund de Waal, Keramikkünstler und Autor, lädt zu einer Reise durch die Geschichte des Porzellans.

 

Eines vorweg: Eine Porzellan-Teeschale wird man nach diesem Buch mit Anmut benutzen – sofern man es nicht schon tut. Man fühlt und würdigt die Herkunft des über tausend Jahre alten Materials. Dessen Geschichte erzählt hier ein Fachmann: Der britische Keramiker Edmund de Waal. Seine kunstvollen Objekte stehen in Museen. Als Dozent an der University of Westminster in London ist ihm die Weitergabe des Wissens ein Anliegen. In seinem neuen Buch „Die weisse Strasse“ reist er auf den Spuren seiner Leidenschaft bis nach China und zurück zu Orten in Sachsen und Cornwall.
Dass er spannend und bildstark schreiben kann, hat er bereits in seinem erfolgreichen Roman „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ (2011) über die bewegte Geschichte seiner Familie Ephrussi bewiesen. Diese Achtsamkeit im Umgang mit Worten zeichnet auch jetzt seinen Stil aus. Unterhaltsames, etwa dass „porcellani“, der Spitzname der Kaurimuscheln, einst von venezianischen Jungs hübschen Mädchen hinterhergerufen wurde, verbindet sich mit Beschreibungen des Handwerks und seiner meditativen Komponente. Die Drehscheibe war bereits für den fünfjährigen Edmund de Waal in Canterbury „ein Versuch, einen kleinen Teil der Welt zur Ruhe kommen zu lassen“. Die Farbe Weiss spielt in seinem Werk eine grosse Rolle. Warum – das will er verstehen. Das „Arkanum“, das Geheimnis um das Rezept lockt ihn, jenen Glücksstoff zu erkunden, den Keramiker den „Scherben“ nennen.
Der venezianische Händler und Weltreisende Marco Polo erwähnte 1291 erstmals im Westen Porzellanschalen. 500 Jahre lang wusste niemand, was das eigentlich ist. Ein „Saft, der unter der Erde aushärtet“, wie ein italienischer Astrologe im 16. Jahrhundert spekulierte? Oder eine Mischung aus Eierschalen und Schnecken? Manche sprachen gar davon, dass das „weisse Gold“ aus geheimnisvollen Hügeln stammt, die bis zu vierzig Jahre ruhen müssen. Das Material, das in Formen gegossen oder beim Drehen unter Meisterhänden dünner und dünner werden kann, „wie Blattgold“, das „in die Luft emporflattert“, sauber und weiss, ist tatsächlich ein zauberhafter Stoff: „Es ist leicht, wo die meisten Dinge schwer sind. Es ist hell, wenn man daran klopft. Man kann das Sonnenlicht durchscheinen sehen.“ Wer wäre da nicht besessen?
Porzellan besteht vorwiegend aus zwei verschiedenen Mineralien. Aus Feldspaat, dem „Fleisch“. Und aus Kaolin, der Porzellanerde, dem „Knochen“. Es wird bei grosser Hitze gebrannt. Zu verstehen, warum diese Verbindung das aushält, ist Antrieb für de Waals Recherchereise. Antworten und „Gralsmomente“ findet er auf verlassenen Abbruchhalden in China. Oder an Flüssen, wo früher die Kaolinerde vom Berg auf Bambusflüssen die Wasserwege hinuntergesteuert wurde. Und natürlich in Jingdezhen, seit 1700 Jahren chinesische Hauptstadt des Porzellan. Einst arbeiteten hier Mischer, Mahler, Korbflechter bis hin zu „Aschenmänner“ und den Wachen der kaiserlichen Manufaktur. Es gab Arme oder Blinde, die ihr Leben damit zubrachten, Farbpigmente zu zerstampfen. Alte Listen verzeichnen 23 unterschiedliche Berufe.
Es sind solche kleinen Informationen am Rand, welche die Welt des Porzellans aus Stollen und Städten auch für Laien auferstehen lassen. Wie schon in de Waals Roman, für den eine Sammlung kostbarer, japanischer Miniaturanhänger, sogenannter „Netsuke“, Impulsgeber war, werden auch hier Objekte zu Geheimnisträgern. Der Autor als Entdecker – das ist eine gewinnbringende Erzählperspektive. Edmund de Waal doziert nicht, sondern gibt einem die Stücke in die Hand und lässt fühlen; zum Beispiel die übermässige Bauchung eines alten Porzellangefässes. Dahinter verstecken sich Geschichten, die das Verlorene bergen. Das Pathos, das manchmal mitschwingt, ist da genau richtig am Platz.

 

erschienen in der NZZ am Sonntag, 2016

Okt 30 16

Amélie Nothomb: Die Kunst, Champagner zu trinken

Claus Brunsmann

Alkohol kann schon mal die Sinne vernebeln. Aber einen Orgasmus auslösen? Das zumindest samt Halluzination suggeriert die belgische Schriftstellerin Amélie Nothomb in ihrem neuen Roman „Die Kunst, Champagner zu trinken“. Rausch war ja mal eine antike Praxis, elitär und zu unrecht vulgär in Verruf geraten. Auf der Suche nach einer Saufkumpanin, welche die Vorliebe für das alle Sinne hochfahrende Elixier teilt, gerät Amélie Nothomb, die sich selbst auftreten lässt, an die viel jüngere Schriftstellerin Pétronille. Die erweist sich – beschäftigt mit einer Doktorarbeit über Shakespeares Zeitgenossen – überdies als belebende Gesprächspartnerin. Man trifft sich in unregelmäßigen Abständen, sogar mal zum Skifahren, das perlende Getränk immer griffbereit, akrobatisch balanciert und getrunken während der Abfahrt (Pétronille), worüber die Amélie Nothomb im Roman nicht schlecht staunt. Diese Szene ist nur eine unter den witzigen Begegnungen und Dialogen. Sie inhaliert bereits das tollkühne Gift, das Nothombs Roman aus der Leichtigkeit des rein unterhaltsamen Lesens in die puderige Wirklichkeit handfester Identitätskrisen und Konkurrenzkämpfe hebt. Gut, dass es in solchen Fällen Freundschaften wie die hier geschilderte gibt: distanziert, weil man nicht alles voneinander weiß und Gejammer über enttäuschte Lieben etwa gänzlich ausgespart ist; dabei aber doch von einer seltenen Intimität, wie sie manchmal auf Pflegestationen zu finden ist. Pétronille, ein linkspolitisch engagiertes Kind kommunistischer Eltern, setzt sich schon mal zum Pinkeln zwischen Autos, von Amélie geschützt, die so was nicht kennt, weil vornehmer aufgewachsen. Bald mag sie auf die neue Freundin nicht mehr verzichten. Aber die geht eigene Wege, sogar für Monate in die Sahara. Die erfolgreiche Ältere soll derweil ihr Netzwerk bemühen und Pétronilles‘ Meisterwerk zur Veröffentlichung bringen. Erfolg scheint der jederzeit frech auf Augenhöhe konternden Intellektuellen aus der Pariser Banlieue schnurzegal; wie ihr überhaupt Etikette erfrischend wenig gilt. Spätestens hier erweist sich dieser schmale, feine Roman als Feier der Kontraste und der Leidenschaft an sich. Jenseits rauschhaft erlebter Beziehungen aller Art ragt er wie eine sprudelnde Säule heraus und erzählt von Lust und Leid der Abhängigkeit im Allgemeinen. Er tut das auf solch charmant-nebensächliche Weise, dass man sich gefahrlos darauf einlassen kann – um am Ende erstaunt festzustellen, wie tief man hineingeraten war.

 

Amélie Nothomb: Die Kunst, Champagner zu trinken. Diogenes Verlag, Zürich 2016. 144 Seiten, 20 €.

erschienen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG, 2016